SUPERGAU - DER PROSPEKT
KONSUMGAU IN WEIMAR

»Am 25.11.2005 eröffnete eine große Shopping Mall in den Gemäuern des Weimarer Gauforums. Zu diesem Anlass verteilten wir ein Werbeprospekt, welcher die heutige Konsumkultur mit der Geschichte Nazideutschlands vermischt. Auf seiner Grundlage entstanden weitere vielseitige Auseinandersetzungen mit jener Thematik.«»Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.« (George Santayana)
Zur Eröffnung des ATRIUMS im ehemaligen Gauzentrum haben wir einen Werbezettel produziert, uns bewusst den Mechanismen von Massenmedien bedient und ihn als Trojanisches Pferd in 5000 Briefkästen der Weimarer Bevölkerung platziert. Die im Prospekt abgebildeten Produkte nehmen direkten Bezug zum Genozid und anderen Verbrechen Nazideutschlands. So grob und unsensibel unser Prospekt diese Themen behandelt, so unsensibel ist unserer Meinung nach die Etablierung eines Konsumtempels in einem Gebäude, dass von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken und zur Massenmanipulation erdacht wurde.


Der Prospekt steht zum Download bereitDurch das neue Atrium wird die Geschichte hinter einer strahlend weißen Fassade verborgen – schließlich sollen keine unangenehmen Erinnerungen an das Dritte Reich den Einkaufsspaß trüben. Die Leere und Oberflächlichkeit, welche die heutige Konsumkultur transportiert, wird über diesen Bau gestülpt, der uns vorher, wenn auch nicht gewinnbringend, die Ideologie und den Größenwahn Hitlers vor Augen geführt hat.
Es wird versucht, den geschichtlichen Bezug des Gebäudes zu negieren. Die dadurch entstehende Lücke, wird durch eine italienische Erlebnislandschaft gefüllt, um wieder einmal den Bezug zur verkaufsfördernden Klassik und Schöngeistigkeit Weimars herzustellen. Geschichtliche Zeugnisse erfüllen den Zweck, den Ist-Zustand mit Vergangenem vergleichen zu können, erlauben Fehler zu erkennen und in der Zukunft zu vermeiden.Das Werbeblatt fungierte hier „gegenwartsmediengerecht“ als Appetizer. Unser primäres Ziel war die Aufklärung der Nichtwissenden über und die Erinnerung der Vergessenden an die Geschichte des Gebäudes. Dafür fassten wir die geschichtlichen Hintergründe auf einer Homepage zusammen und schufen ein Forum zur Meinungsäußerung und Diskussion.
MDR BERICHT
SALVE BERICHT
Weitere Infos gibts auf der Aktionswebsite, weitere Bilder gibts in der Galerie